Hallo, ich habe Euch doch von der Aisha erzählt, das ist
sie.
Sieht ja eigentlich ganz nett aus, aber der Schein trügt.
Weil sie schon älter ist hat man ihr so eine flache Geschichte auf den Boden gelegt, sonst kommt
sie nämlich nicht aus dem Körbchen.
Leider ist der direkt neben der Tür und ich muß da ja immer
vorbei. Das ist ein richtiges Spießrutenlaufen.
Wenn ich zu dicht an ihren Platz komme zieht sie sofort die
Lefzen hoch und fängt an zu knurren, als wenn sie da einen Schatz hüten würde,
dabei hat sie gar keinen.
Ganz im Gegensatz zu mir. Was ich alles habe, einen Ring ,
an dem man ziehen kann, einen Ball, einen Knochen, Pappkarkons, die man
zerfleddern kann und so weiter.
Und weil ich so klug
bin, hat Frauchen mir sogar eine Zeitung gegeben, die ich natürlich bis auf den
letzten Fetzen durchgelesen habe.
Da hatte Frauchen richtig was zu tun.
Die sitzt doch sowieso nur in der Küche rum und meckert
dieses besagte: pfui und nein. Manchmal denke ich, die kann gar nichts anderes
reden.
Aber nett ist sie trotzdem. Sie läßt sich dauernd was neues
für mich einfallen.
Das mit dem Pippi machen klappt natürlich immer noch nicht,
ich bin ja auch erst ein paar Tage da.
Irgendwie ist das auch richtig blöd. Wenn ich muß und sie das merkt, dann nimmt
sie mich auf den Arm und rennt die Treppen runter, weil ich die noch nicht
gehen kann .
Den ganzen langen Weg geht sie, ohne Rücksicht auf mein Zappeln,
bis zur Wiese, um mich dann auf den Boden zu setzen.
Oh, ist das jedesmal kalt.
Dieses weiße Zeug, das sie Schnee nennt, ist auch noch nass.
Habt Ihr schon mal auf einem nassen, kalten Plumsklo
gesessen? Das ist vielleicht unangenehm.
Jetzt kann man auch verstehen, warum ich lieber in der Küche
mache. Ich weiß nicht, warum sie dafür kein Verständnis hat.
Das mit dem Schnee kann ich nicht verstehen. Meine
Mutter hat mir erzählt, die Welt wäre so wunderschön. Sie wäre grün und braun
und bunt und es gäbe tausend Gerüche.
Ich rieche nichts, ich sehe nichts, nur weiß, weiß, weiß!!!
Und dieses Weiß ist auch noch tief, bis zum Bauch. Da kann
man nicht einmal vernünftig laufen, immer nur wie so ein Hase hüpfen.
Irgendwie hätte ich das von meiner Mutter nicht gedacht,
mich so anzulügen.
Jetzt kann ich sie nicht einmal mehr fragen.
Sie ist sooo
weit weg. Ich bin traurig!
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