Rufus Teil 13
Die Wand
Ich darf ja jetzt zu der Aisha auf den Platz. Sie hat nichts
mehr dagegen und ist ganz nett.
Wir kuscheln richtig zusammen, aber ich glaube, das kommt
mehr von meiner Seite, als von ihr. Ist aber auch egal.
Die Hauptsache, sie knurrt mich nicht mehr an.
Manchmal liegt sie im Flur und dann hab ich ihren Platz für
mich ganz allein.
Der ist ja viel interessanter als meiner. Der hat an der
Wand so was komisches Braunes. Ich hab
mal versucht rauzukriegen was das ist und ganz vorsichtig daran genagt.
Bääh, das schmeckte eklig.
Also hab ich mir gesagt, so was kann man ja nicht an der
Wand lassen.
War nicht so einfach das abzubekommen, aber ich hatte die ganze
Nacht Zeit.
Morgens bin ich dann in mein Körbchen rüber und hab die Aisha
sich da wieder hinlegen lassen.
Irgendwie kam mir das dann doch nicht so geheuer vor.
Wenn Frauchen das sieht. Die wird im Dreieck springen.
Die Tür geht auf und sie kommt rein, begrüßt uns ganz
fröhlich und macht ihren Kaffee.
Meistens setzt sie sich dann hin und albert
mit mir rum.
Aber heute dachte ich mir bleibe ich lieber erst mal auf
meinem Platz, das ist sicherer.
Das war ihr natürlich sofort aufgefallen.
Blöder Fehler!
Was ist los, hat sie
gefragt, was hast du wieder angestellt?
Schon stand sie auf und ging durch die Küche . Ich wurde
immer kleiner, in dem Glauben, sie sieht mich nicht.
Es hat lange gedauert, bis sie zur Aisha ging und das Drama
sah.
Ich muß gestehen, es sah nicht mehr so gut aus wie vorher,
Ich hab das nicht so richtig hinbekommen. Das hing alles in Fetzen an der Wand.
Und dann ging das Donnerwetter los. Sie lief zur Spüle und
holte die Schere und stand dann vor mir. Wie ein Rachegott. Ich dachte die bringt
mich um.
Mein Herz klopfte und ich schwor mir, so was nie wieder zu tun.
Gott sei Dank hat sie sich dann umgedreht und die Aisha
verscheucht und die halbe braune Wand abgeschnitten.
Aber dann hat sie den ganzen Vormittag kein Wort mehr mit
mir gesprochen.
Am Nachmittag hab ich versucht mich wieder in
Erinnerung zu bringen. Irgendwie muß
sie doch umzustimmen sein.
Ich hab ihr Pitty gebracht und vor die Füße gelegt,
aber Pitty scheint sie nicht zu mögen.
Dann hab ich es mit dem Ball versucht
und zum Schluß mit meinem tollen, roten Ring.
Der Ring hat ihr wohl gefallen, jedenfalls hat sie den
genommen und gesagt, na, komm her.
Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen
und so haben wir noch ganz toll miteinander gespielt.
Ich war vielleicht froh!
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