Rufus Teil 10
Heute mußte ich das erste mal an einer Leine gehen. Das ist
so eine Fessel, die man um den Hals kriegt mit einer Schnur dran.
Das ist ja wiederlich!
Frauchen meint, das müßte ich lernen. Ich wäre jetzt schon
größer und müßte mich vernünftig unter Leuten benehmen.
Ich weiß nicht, was sie unter vernünftig versteht. Was ist
freundlicher als ungezwungen auf Jemanden loszu gehen und ihn stürmisch zu
begrüßen.
Bisher hat sich deswegen noch keiner beklagt.
Aber nein, ich mußte mit diesem Ding um den Hals maschieren.
Immer wenn ich stürmisch los wollte hing ich in den Angeln
und das blöde Teil hielt mich ab dahin zu gehen wohin ich wollte.
Manchmal hat sie mich gezogen, wenn ich zu lange irgendwo
stehen geblieben bin.
Also diese Geschichte hat mir so richtig den Spaziergang
versaut.
Gott sei Dank hat das nicht lange gedauert und sie hat mich
wieder frei laufen lassen.
Nur dann fing sie an mir lauter Vorschriften zu machen.
Sie hat gerufen und ich sollte kommen und mich dann
hinsetzen.
Was soll das nun wieder.
Das einzig Gute daran war die Tatsache, daß´sie was in der
Hand hatte und ich nicht wußte, was.
Hätte ja was zu fressen sein können, also bin ich hin und
dann meint sie „sitz“ und hält den Finger hoch. Was sollte der Blödsinn jetzt.
Sitz hatte ich in der Küche schon mal gehört, fand ich aber
nicht so toll, war auch nicht wichtig.
Und jetzt meint sie, sowas müßte ich wissen und können, das
gehört sich so.
Das hab ich natürlich nur gegen meinen Willen gemacht, aber
sie hat mich dann überschwenglich gelobt und gemeint, daß ich das ganz toll
gemacht hätte.
Das fand ich nun wieder gut und noch besser fand ich das
Leckerli, das ich dann bekommen habe.
Zuhause gabs dann noch ein Schweineohr. Sowas hatte ich noch
nie gesehen.
Aber es war offensichtlich was zu fressen und das ist immer
gut.
Also habe ich mich an die Arbeit gemacht und von allen
Seiten daran herungenagt. Mann, hatte ich zu tun.
Aber, es hat Spaß gemacht!

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